Tipps zum Heringsangeln

Wenn sich Heringe in riesigen Schwärmen in Wurfweite in der Ostsee stapeln, dann ist Heringsangeln definitiv kein Hexenwerk. Zur Hochphase der Heringssaison, wenn der Hering voll da ist, kann man als Angler kaum etwas verkehrt machen und wird auf jeden Fall eine Menge Heringe fangen. An vielen Tagen ist es allerdings gar nicht so einfach an die begehrten Silberlinge zu kommen. Viele Heringsangler werden vermutlich auch schon festgestellt haben, dass häufig ein paar wenige Angler besser fangen als andere. Im folgenden Beitrag geben wir eine Menge Tipps zum Heringsangeln und klären vorab die Fragen wann Ihr wo und wie am besten Heringe fangen könnt.

Wann ist die beste Zeit zum Heringsangeln?

Die Heringe versammeln sich in großen Schwärmen und ziehen jedes Jahr im Frühjahr in die Küstengewässer. Wann genau die Heringe in Ufernähe sind kann man nicht genau sagen, da dies an den Temperaturen liegt. Nach einem kalten, langen Winter dauert es länger, als wenn die Temperaturen im frühen Frühjahr schon sehr mild sind. Grundsätzlich kann man sagen, dass das Heringsangeln in den Monaten März und April am erfolgreichsten ist, die Heringe dann am besten beißen. Dies ist meistens bei einer Wassertemperatur von 7-9 Grad.

Wann ist die Heringssaison?

Erfahrungsgemäß läuft die Heringssaison im Frühjahr von Anfang März bis Mitte / Ende April. Wenn Ihr Euch im Vorfeld auf einen Zeitraum zum Heringsangeln festlegen müsst, um zum Beispiel Euren Urlaub zu planen, dann wählt Anfang / Mitte April.  Dann wird normalerweise am besten gefangen. Wie bereits angesprochen variiert die Hochphase der Heringssaison von Jahr zu Jahr. Bei uns könnt Ihr Euch über aktuelle Heringsfänge austauschen.

Heringe im Herbst

Ein anderer Heringsstamm laicht im Herbst im Flachwasser, daher kann man auch im Herbst Heringe fangen. Die Heringsschwärme sind dann zwar kleiner, es sind weniger Fische unterwegs, dafür sind diese Heringe aber eher größer und fetter.

Wann ist die beste Fangzeit für Heringe?

Die beste Fangzeit ist häufig in den Morgen- und Abendstunden. Gerade zur Hochphase der Heringssaison und am Wochenende lohnt sich frühes Aufstehen, da die besten Angelstellen sonst schon belegt sind.

Wo kann man am besten Heringsangeln?

Heringe laichen im Wasser mit geringerem Salzgehalt, als Ihr normaler Lebensraum hat. Daher kann man die leckeren Silberlinge grundsätzlich in Bereichen von Flussmündungen und Förden fangen.

Heringsangeln mit Jörg Ovens:

Angelkarten

Bevor Ihr zum Heringsangeln fahrt braucht Ihr natürlich die entsprechenden Angelkarten. Ihr benötigt auf jeden Fall einen gültigen Fischereischein und den jeweiligen Küstenschein, wenn es nach Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein geht. Diese Fischereiabgabe kostet in Schleswig-Holstein aktuell 10,- €. Außerdem gibt es Bereiche an denen man eine weitere Karte braucht. Dies gilt zum Beispiel für Teile der Trave, des Nord-Ostsee-Kanals und der Schlei.

Des Weiteren haben Touristen die Möglichkeit günstig (aktuell 20,- €) einen “Touristenfischereischein” zu erwerben. Hier ein paar nützliche Links:

Angelstellen zum Heringsangeln in der Ostsee

Für die Spotwahl sollte man im Hinterkopf haben, dass flaches Wasser sich schneller erwärmt als tiefes. Gerade früh in der Heringssaison ist dies ein entscheidender Faktor. Zum Start der Saison sollten Ihr zum Beispiel also eher in den Boddengewässern rund um Rügen oder in der Schlei angeln als in der recht tiefen Kieler Förde. Mit dem wärmer werden Wasser ist es entsprechend anders herum. Das Heringe gefangen werden spricht sich bei den lokalen Anglern schnell herum, daher solltet Ihr vor Ort einfach nach anderen Anglern Ausschau halten.

Tipp: Vor dem Angeln kann man sich von manchen Angelstellen auch schon im Internet ein Bild der Fänge machen. Guckt Euch einfach potentielle Spots aus und sucht im Internet nach Webcams. Wenn Ihr viele Angler seht, dann solltet Ihr Eure Angelausrüstung packen.

Die besten Spots zum Heringsangeln in Schleswig-Holstein

  • Kieler Förde – Germaniahafen
  • Nord-Ostsee-Kanal
  • Neustädter Hafen
  • Trave – Lübeck-Travemünde
  • Schlei – Kappeln bis zur Mündung (z.B. Kappeln Hafen, Rabelsund)
  • Am Priwallhafen – Travemünde

Die besten Spots zum Heringsangeln in Mecklenburg-Vorpommern

  • Sund – Nordmole Stralsund
  • Unterwarnow Stadthafen – Rostock
  • Rügendamm – Rügen
  • Wittower Fähre – (Bodden – Rügen)

Diese Angelstellen funktionieren grundsätzlich jedes Jahr, hier findet Ihr weitere Infos zu den Spots. Wann es wo am besten läuft erfahrt Ihr in unserem Beitrag über die aktuelle Heringssaison. Details zu den

Angelstellen zum Heringsangeln in der Nordsee

Auch in der Nordsee kann man Heringe fangen. Viele Angler fahren jedes Jahr zum Heringsangeln nach Dänemark. Der mit Anstand bekannteste Spot ist sicherlich Hvide Sande in Dänemark. In Hvide Sande werden die leckeren “Silberlinge” jedes Jahr sogar mit einem Heringsfestival zelebriert.

Aber auch in Deutschland kann man in der Nordsee Hering fangen. Hier ein paar Spots:

  • Holmer Siel – Nähe Husum
  • Lüttmoorsiel – Nähe Husum
  • Büsum
  • Hafenmolen Everschopsiel – Tönning
  • Mole am Eidersperrwerk
  • Meldorfer Hafen

Heringsangeln in Holland

Wer zur passenden Zeit in Holland unterwegs ist, kann es auch dort mal auf Hering probieren. Interessant ist z.B. das Grevelningenmeer an der Brouwerssluis am Brouwersdam. Die „Fischschleuse“ liegt am südlichen Ende vom Damm also zu Renesse hin. Wenn der Hering voll da ist, wird es dort allerdings ziemlich voll (vor allem am Wochenende). Schnurvertüddelung mit den Nachbarn inklusive. Fürs Gevelingenmeer das brauchst man einen gültigen den Vispas, die Nordseeseite ist frei beangelbar.

Wo stehen die Heringe?

In welcher Tiefe die Heringe stehen ist unterschiedlich und liegt natürlich auch an der Gewässertiefe. Um die Fische zu suchen fischt man Wurf für Wurf alle Gewässerschichten ab. So macht Ihr zum Beispiel einen ersten Wurf und lasst die Montage (Heringsblei / Pilker / Meerforellenblinker + Paternoster) zum Grund absinken und zählt die Sekunden mit, wie lange dies dauert. Dauert die Absinkphase bis zum Grund zum Beispiel 10 Sekunden, dann lasst Ihr Montage beim nächsten Wurf nur 9 Sekunden absinken. Beim dritten Wurf 8 Sekunden und so weiter. Dies kann man immer in Phasen machen, in denen gerade nicht gut gefangen wird.

Was man wirklich braucht

Im Gegensatz zu vielen anderen Angelmethoden ist das, was man zum Heringsangeln wirklich braucht sehr überschaubar. Die nötigste Ausrüstung ist:

Das ist eine fängige Basisausrüstung, wer die folgenden Dinge beachtet wird noch erfolgreicher sein.

Ausrüstung zum Heringsangeln

Rute

Ein passable Heringsangel haben sicherlich die meisten Angler zur Hand. Hier braucht Ihr kein High-end Tackle für 300,-€. Ein paar Dinge sind trotzdem wünschenswert. Wenn Ihr vom Ufer fischt und Wurfweite relevant ist, dann sollte die Rute mindestens 2,70m lang sein. Das Wurfgewicht sollte cirka bei 50 Gramm liegen. Wenn Ihr noch etwas mehr Spaß haben möchtet und nur leichte Gewichte, wie z.B. 25gr. Meerforellenblinker werft, dann geht es auch noch leichter. Wenn Ihr am Spot sehr viel Strömung habt und z.B. 50gr.+ Bleie fischen müsst, dann nehmt natürliche eine schwere Rute. An den allermeisten Stellen seid Ihr bis maximal 50.gr aber gut bedient. Wichtig ist, dass die Rute im Spitzenteil nicht zu straff ist, dann werden ihr den einen oder anderen Hering mehr verlieren. Wir können z.B. diese Daiwa Rute empfehlen.

Rolle

Je nach Hersteller kommen hier 3000-5000er Stationärrollen Modelle in Frage. Wobei 5000er aufgrund des Gewichts auf Dauer keinen Spaß machen. Am besten aufgestellt (Gewicht, Schnureinzug, Wurfweite) seid Ihr mit einer 4000er Rolle. Diese Rolle kann Salzwasser ab und ist dauerhaft vielseitig einsetzbar: 4000er Daiwa BG

Schnur

Grundsätzlich ist monofile Schnur (0,20 – 0,30 mm Durchmesser) nicht verkehrt, da die Schnur eine recht hohe Dehnung hat und sich so weniger Haken aus dem Weichen Heringsmaul lösen. Dies gilt erst recht, wenn Ihr eine harte Rute habt. Eine geflochtene Schnur (0,10 – 0,14 mm Durchmesser) solltet Ihr wählen, wenn Ihr einen Spot befischt an dem die Wurfweite entscheidend ist, da ihr einfach weiter werfen könnt. Eure Rute sollte hierbei aber nicht zu hart sein. Wir empfehlen Schnur von Stroft, nicht ganz billig, aber dafür einfach gut. Hier die Stroft GTP E in 9,5kg Tragkraft .

Tipp: Die meisten Angler neben Euch werden alle ungefähr gleich weit werfen, wenn auf der gleichen Höhe ständig Bleie ins Wasser segeln, kann es gut sein, dass sich die Heringe weiter nach draußen verziehen. Wenn Ihr dann deutlich werfen könnt als alle anderen Heringsangler, seid Ihr deutlich im Vorteil. Das Gerät, das auf Wurfweite abgestimmt ist, fängt grundsätzlich mehr Heringe. Unter diesem Link findet Ihr Empfehlungen zur Ausrüstung.

Welche Köder und Montage für Heringe?

Mindestens 99% der geangelten Heringe werden mit Paternostern gefangen. Grundsätzlich kann man die Silberlinge aber auch mit diversen anderen Ködern fangen. Als Fliegenfischer kann man durchaus gezielt Heringe mit einer leichten Rute fangen, wenn die Fische nah unter Land stehen. Auch mit sehr kleinen Gummifischen, Spoons etc. kann man Heringe fangen. Aber zurück zum fängigsten Köder, dem Paternoster.

Heringspaternoster sind Vorfächer mit meistens 5 Seitenarmen, an den 5 Haken sind jeweils kleine Fischimitationen aus Fischhaut oder Kunstfasern geknüpft. Die Haken gibt es in verschiedenen Größen, wobei die kleineren Größen 10-14 häufig besser fangen. Farbe: Meistens sind Paternoster weißlich, diese werden mit Abstand am meisten verkauft / gefischt. Es gibt aber Tage an denen man mit farbigen Paternostern deutlich mehr fangen kann als alle anderen. Woran dies liegt ist schwer zu sagen, aber an manchen Tagen scheinen die Heringe eine Vorliebe für Paternoster aus bunten Silikonfolien zu haben. Probiert es definitiv aus!

Heringsblei: Das klassische Heringsblei ist weiß / rot. Es dient nicht nur als Wurfgewicht, sondern übt durch Farbe und taumelnde Bewegung auch einen Lockeffekt auf die Heringe aus. Experimentiert gerne mal mit normalen Blinkern oder Meerforellenblinkern, teilweise funktionieren diese noch besser.

Montage: Am oberen Teil des Paternosters befindet sich meistens eine Öse oder Schlaufe, hier hängt Ihr einfach einen Wirbel ein, den ihr mit einem Knoten an der Hauptschnur befestigt (z.B. Grinner Knoten). So könnt Ihr den Paternoster auch zügig tauschen und andere Farben probieren. Am unteren Ende des Paternosters ist normalerweise ein Karabinerwirbel angebracht, den Ihr ins Blei einhängt.

Wie viele Haken am Paternoster?

Die Heringspaternoster werden normalerweise mit 5 Haken verkauft, an den meisten Stellen darf man sie auch so verwenden. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. In der Trave in Lübeck und am Nord-Ostsee-Kanal sind nur 2 Haken am Paternoster erlaubt. Schneidet also zum Beispiel den zweiten und die untersten beiden Haken des Paternosters ab. Da sich die Regelungen an den verschiedenen Angelstellen jährlich ändert können, informiert Ihr Euch am besten vor Ort wie viele Haken erlaubt sind.

Tipps zum Heringsangeln von Maxi:

Angeltechnik, Köderführung – Tipps und Tricks

Wie bereits angesprochen, ist es keine Kunst Heringe zu fangen, wenn sie gestapelt in Wurfweite stehen und beissfreudig sind. Häufig muss man die Fische aber eher zum Anbiss überreden. Hier entscheidet dann neben dem gewählten Paternoster, vor allem die Tiefe in der Ihr angelt und die Köderführung. Häufig kann man bei Heringsanglern wildes reißen beobachten. Heißt, die Rute wird kräftig und schnell von unten nach oben gezogen. Eine langsame Köderführung fängt in der Regel aber deutlich besser. Es reicht vollkommen aus die Rute leicht anzuheben und 2-3 langsame Kurbelumdrehungen zu machen. Kurz abwarten und das Blei mit Paternoster abtaumeln lassen und das Ganze wiederholen. Häufig reicht es auch die Rute an einer Stelle zu lassen und die Montage nur über die Rolle, wie bei der Faulenzermethode, zu führen. Also 2-3 Kurbelumdrehungen – Pause – 2-3 Kurbelumdrehungen – Pause. Die Rute wird dabei nicht bewegt.

Sobald es an der Schnur zappelt heißt es Ruhe bewahren. Es ist zwar mindestens ein Hering am Haken, aber vermutlich stehen dort noch weitere Fische. Wartet einfach noch ein bisschen ab, Kurbelt etwas ein, macht noch mal eine Pause, bevor Ihr den Montage wieder langsam zu Euch ran holt. Häufig beißt dann noch weiterer Fisch. Durch zu starkes Anschlägen reißt man dem Hering außerdem häufig den Haken aus dem weichen Maul.

Wenn Ihr von einer Kaimauer angelt, dann nehmt die Rute runter, wenn die Montage vor Euch ist und hebt sie dann gefühlvoll aus dem Wasser, während ihr weiterhin kontinuierlich einkurbelt. Dann solltet Ihr mindestens einen Hering vor Euch haben, petri!

Wenn neben Euch andere Angler stehen, dann werft Eure Montage unbedingt geradeaus aus, sonst sind Verhedderungen mit den Nachbarn vorprogrammiert und es gibt unnötigen Stress. Die Schnur der anderen Angler im Auge zu behalten ist daher auch ratsam.

Tipps zum Heringsangeln in Kürze

  • Weiche Ruten
  • Nicht hart anschlagen – die Heringe haben ein sehr weiches Maul
  • Beim ersten Kontakt nicht gleich einholen – häufig beißt mindestens noch einer
  • Heringe vorsichtig aus dem Wasser heben
  • Geradeaus werfen, wenn viele Angler da sind
  • Strömung beim Heringsangeln beachten
  • Langsame Köderführung – nicht reißen
  • Hakengröße – klein fängt häufig besser – Gr. 10-14
  • Viele Fehlbisse? Kürzt die Fischhaut am Haken
  • Klappt den Bügel erst bei Grundkontakt um, wenn Ihr ein paar Meter Weite mehr braucht
  • Bunter Paternoster
  • Meerforellenblinker statt Heringsblei, wenn das Gewicht ausreicht
  • Früh aufstehen
  • Verschiedene Tiefen absuchen
  • Weiter werfen als andere Angler
  • Heringe feucht halten
  • Eimer mit Seil an Spundwänden dabei haben
  • Setzkescher verwenden

Was ist Euer bester Tipp für angehende Heringsangler? Schreibt Ihn gerne in die Kommentare.

Heringe frisch halten

Der Hering ist ein sehr fetthaltiger Fisch, ähnlich wie Makrelen verderben sie bei warmen Temperaturen sehr schnell. Lagert gefangene Heringe also auf keine Fall bei warmen Wetter in der Sonne. Die besten Optionen:

  • Tote Fische im Drahtsetzkescher ins Wasser lassen (Heringe werden automatisch entschuppt)
  • Eine mit Eis gefüllte Kühlbox

Heringe schnell ausnehmen

Beim Heringsangeln wird der ein oder andere von uns gerne mal maßlos, gerade wenn der Hering voll da ist, kann man durchaus mal einige dutzend oder noch mehr Heringe fangen. Nach dem Angeln steht dann natürlich noch das Ausnehmen an. Hierbei gibt es ein paar Tricks, wie Ihr die Heringe besonders schnell ausnehmen könnt:

  1. Heringe im Drahtsetzkescher im Wasser schütteln, dann sind die Schuppen ab.
  2. Schneidet den Bauch mit einer Schere anstatt Messer von Waidloch bis Kiemen auf – nicht zu tief schneiden, denn die Eingeweide sollten nicht verletzt werden.
  3. Dreht den Fisch und schneidet mit der Schere hinter den Kiemen einmal bis zur Hälfte in den Hering. Dabei muss die Hauptgräte durchtrennt werden, der Bauchlappen nicht.
  4. Greife den Kopf und ziehe nach unten weg in Richtung Schwanzflosse. Dabei bleiben die Eingeweide am Kopf hängen und Du entfernst alles mit einem Handgriff, wenn Du vorher mit der Schere nicht zu tief geschnitten hast.
  5. Anschließend noch das Rötliche, die Nieren, unter der Gräte mit dem Daumennagel oder einem Teelöffel in Richtung Kopf wegdrücken. Fertig.

Mit Pose und Paternoster – Angeln im Sitzen

Wenn Ihr körperlich nicht mehr ganz so fit seid, dann könnt Euch auch gemütlich im Sitzen eine Portion Heringe fangen. Alles was Ihr dafür braucht:

  • Eine Laufpose ca. 25gr. Tragkraft
  • Schurstopper
  • Heringspaternoster
  • Blei – z.B. Tiroler Hölzl um die 20gr.

Montage von oben nach unten: Schnurstopper – Pose – Paternoster – Blei

Mit dem verschieben des Stoppers könnt Ihr in verschiedenen Tiefen fischen. Die Wellen / Strömung sorgt für ausreichend Bewegung der Haken, so dass Ihr gemütlich einen Kaffee trinken könnt. Bei einem Biss wartet Ihr noch, ob weitere Heringe beißen und dreht dann einfach ohne anzuschlagen ein.

Heringsangeln vom Boot

Wenn am Ufer viel los ist und man etwas mehr Ruhe haben möchte, dann sollte sich ein Boot schnappen. Wer kein eigenes Boot hat, kann sich dafür an verschiedenen Stellen an der Ostsee eins mieten. Der größte Vorteil ist, dass man nicht darauf angewiesen ist, dass die Fische in Wurfweite ans Ufer kommen. Mit einem Echolot kann aktiv einen Schwarm suchen und dann vertikal beangeln. Wer kein Echolot zur Verfügung hat, der hält sich einfach an andere Boot. Beim Bootsangeln ist es angenehm eine kürzere Rute zu verwenden, 2-2,40m reichen vollkommen. Es ist ratsam verschiedene Gewichte (Heringsbleie / Pilker / Meerforellenblinker)dabei zu haben, da im Schnitt in größeren Tiefen als vom Ufer geangelt wird und man je nach Windstärke eine nicht unerhebliche Drift hat.

Tipps:

  • Versorgt die Fische außerhalb den Bootes und legt die toten Heringe in einen Drahtsetzkescher, der außen am Boot befestigt ist. So spart Ihr Euch viel Zeit beim Reinigen. Die Heringsschuppen sind sonst einfach überall.
  • Unter den Heringsschwärmen befinden sich gerne Räuber wie Dorsche oder Meerforellen, nehmt also eher mal eine schweren Gummifisch, Piker oder Meerforellenblinker (wenn es die Bedingen erlauben)

Heringsangeln in Wathose

Zur Primetime der Heringssaison ist es vor allem in Häfen und an Molen sehr voll. Wer keine Lust darauf hat von seinem Nachbarn überworfen zu werden oder einfach nur gerne etwas mehr Platz beim Angeln hat, der schlüpft in eine Wathose. Dafür sucht man sich am besten Stellen, an denen man die Fische gut erreichen kann. Passende Spots dafür sind zum Beispiel die Kieler Förde in SH und die Wittower Fähre in MV.

Tipp: Auch hierbei lassen sich die toten Heringe gut in einem kleinen Setzkescher hinterher ziehen, den man an der Wathose fixiert.

Heringsangeln bei Nacht / im Dunkeln

Heringsangeln bei bei Nacht / im Dunkeln ist nicht so erfolgsversprechend wie am Tag. Wenn man allerdings sonst nicht los kommt und zum Beispiel nur ganz früh morgens / spät am Abend ans Wasser kann, dann probiert es einfach. Wenn Ihr Stellen zur Hand habt, an denen nachts durchgehend Licht ins Wasser scheint, dann sind die Fangchancen gar nicht so schlecht. Angelt also am besten von Molen oder Seebrücken mit Lampen und fischt direkt dort, wo das Licht aufs Wasser trifft. Außerdem könnt Ihr es mit Leuchtperlen am Paternoster probieren.


Verhalten am Wasser

Leider gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Ärger am Wasser. Der Rügendamm wurde für Angler teilweise gesperrt und auch in Rostock hat nicht viel gefehlt, dass das Fischen dort verboten wird. Einige Gründe waren zum Beispiel Verunreinigung der Angelstellen, nicht hegeentsprechendem Verhalten, Behinderung von Mitarbeitern des Hafens. Daher die Bitte: verhaltet Euch beim Heringsangeln anständig und gebt bei Bedarf auch dem Nachbarn ein paar Infos:

  • Fische waidgerecht töten
  • Angelverbotszonen beachten
  • Abfälle in Mülltonnen oder Zuhause entsorgen
  • Toiletten benutzen und sauber halten
  • Gegenseitige Rücksichtnahme

Wir wünschen Euch viel Spaß und Erfolg am Wasser. Lasst uns gerne Feedback da, wie wir diese Seite noch besser machen können. Eventuell habt Ihr ja auch Lust mitzuhelfen, noch weitere Tipps zum Heringsangeln? Aktuell brauchen wir zum Beispiel noch ein paar Fotos vom Heringsangeln.

2 Kommentare zu „Heringsangeln“

  1. Besten Dank für die Tipps! Wine Frage zur Wathose: Muss man in Rügen die Gezeiten beachten oder ist der Tidenhub zu vernachlässigen?

    1. Hallo Jan, der Tidenhub ist auf Rügen zu vernachlässigen. Wenn das Wasser über Stunden zB durch Wind mal 30cm steigt, hast du ausreichend Zeit zu reagieren.

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